10. September 2017 - 15. Oktober 2017, Ausstellung in der Villa Eugenia

 

HEINZ THIELEN: MALEREI ALS  INHALT AUSHALTEN

 

Heinz Thielen treibt Farbe offensiv ins Bunte, Polychrome, oder eher defensiv ins Unbunte, Monochrome. Er geht ins Helle, Sommerliche, zur Abwechslung aber auch ins Dunkle, Winterkalte. Vermutlich würde er gerne beides zusammen bringen, um sicherzustellen, dass alle menschenmöglichen Gefühlskonstellationen malerisch erfasst wurden. Zu Anfang breitet sich dünnflüssig Vorfarbe aus, in die andere Farbe, dick und mit breitem Pinsel aufgetragen, hineinfährt. Diese Pinselzüge beginnen zu wandern, wobei es zu weichen wie zu harten Richtungsänderungen, zu Kurven wie zu Winkeln kommen kann. Es entstehen Farbbahnen, die das Auge des Betrachters mitziehen wollen. Sie werden zunehmend pastoser ausgearbeitet, wobei Korrekturen anstehen, Stellen im Ganzen abzuändern sind, um dem Ganzen kompositorisch dauerhaft Halt zu geben. Jene Farbbahnen, breit wie die Spur eines Autoreifens oder schmal wie ein Geschenkband gehalten, sind im Ansatz stets aufgebrochen, lassen in sich auch andere Farbe zu.

Wenn Ansätze zu „Farbfiguren“ auftreten, dann grenzen oder heben sich diese nicht restlos von ihrem Umfeld ab. Sie bleiben ihm verbunden. Spürbar zu halten, dass Figur und Grund den gleichen Ursprung haben, gelingt Thielen durch die Nass-Nass-Technik, in der er malt, eine Technik, bei der in noch nicht getrocknete Farbe hineingemalt wird, wodurch sich jederzeit „Grundfarbe“ zumindest partiell an die Oberfläche zurückholen lässt, mit ihr sich vermischend.

 

Heinz Thielen

 

15. Oktober 2017 - 12. November 2017 Jahres Ausstellung in der Rathausgalerie

 

RICHTUNGSWECHSEL

 

Bei der Vernissage um 11 Uhr führt Kunstvereinschef Eberhard Wünnenberg in die Schau ein. Musik machen „Schwingende Zungen“: Fernando Lepe Arias und Uli Kieckbusch. 

 

 

29. Oktober 2017 - 26. November 2017

 

BETTINA VAN HAAREN: PONTORMOS VORFÜHRUNG

Malerei und Zeichnung

 

Bettina van Haarens Arbeiten sind Selbstbilder, auf denen sie sich performanceartig auf meist großformatigen Leinwänden erkundet. Ins Zentrum ihrer Gemälde stellt die Künstlerin die nackte menschliche Figur: sich selbst. Zur eigenen Person stellt sie Früchte, ausgestopfte Tiere – oft fragmentiert, mit losgelösten Körperteilen – Girlanden quietschbunten Fruchtgummis, Ansammlungen von Alltagsgegenständen wie Fahrradschläuchen, Gummipuppen oder verschiedene Arten von gewebten Stoffen in Beziehung. 

 

Bettina van Haaren